Lehrberuf

Der Ausbildungsberuf Textilgestalter/Textilgestalterin im Handwerk

In einem Pressetext des BiBB hieß es 2011:

Durch diese Neukonzeption der textilen Handwerke besteht die Chance, durch eine Zentrierung der verschiedenen Handwerke in einer Ausbildungsordnung den Handlungsspielraum zu erweitern und nicht auf eine Technik zu begrenzen …und den Erhalt dieser alten Kulturtechniken zu forcieren. … Für jede Fachrichtung werden eigene Gesellenprüfungen erarbeitet. Der schulische Rahmenlehrplan wird nicht fachrichtungsspezifisch aufgebaut. D.h., er wird über alle in dieser Verordnung genannten textilen Handwerkstechniken einen Überblick geben und kann nicht für jede Fachrichtung in die Tiefe gehen.’

Seit August 2011 ist die Ausbildungsordnung gesetzeskräftig. Sie ist verbindlich sowohl für die Betriebe als auch für die Berufsschule. Das Prinzip der dualen Ausbildung bleibt unangetastet.

Betriebliche Ausbildung.

Filzen, Klöppeln, Sticken, Stricken, Posamentieren und Weben sind die sechs Fachrichtungen unter dem Dach des neuen Berufsbildes. In der betrieblichen Ausbildung bleibt weiterhin jede Fachrichtung bei ihrem eigenen Schwerpunkt. Wer zum Beispiel in der Fachrichtung Weben die Ausbildung macht, wird wie immer das Weberhandwerk erlernen. Welche Kenntnisse und Fertigkeiten für die Weber vermittelt werden müssen, ist in der Ausbildungsordnung gesetzlich festgeschrieben und für die ausbildenden Betreibe verbindlich.

Schulischer Rahmenlehrplan

Größere Änderungen ergeben sich für die schulische Seite der dualen Ausbildung. Die sechs Fachrichtungen wurden nicht zuletzt zusammengefasst, um die Beschulung von Auszubildenden in Splitterberufen besser zu gewährleisten. So sind z.B. Gestaltungslehre, Materialkunde und andere Bereiche für alle sechs Fachrichtungen gleich und können nun gemeinsam unterrichtet werden.

Das Kernziel der Ausbildung ist die Entwicklung von „Handlungskompetenz“, verstanden als Bereitschaft und Befähigung, sich sachgerecht und verantwortlich zu verhalten.

Das kann bedeuten, dass nicht mehr die gewohnte Menge an Fachwissen an die Auszubildenden vermittelt wird. Es gilt vielmehr, die jungen Menschen so weit zu befähigen, dass sie sich selbständig auf den Weg machen können, sei es im eigenen Handwerk, sei es mit Ausweitung auf die anderen Fachrichtungen.

Auch in den Betrieben gilt das Ziel, die Auszubildenden auf den Weg zum selbständigen, kompetenten Mitarbeiter zu bringen.

Die Ausbildungsordnung ist zu finden unter:

http://www2.bibb.de/tools/aab/ao/textilgestalter.pdf