Tagungen und Ausstellungen

DAS BLAUE WUNDER – von Hand gewebt

STUDIO ACHTVIERTEL hat die Ausstellung im Werkhof Kukate betreut und das Gestaltungskonzept entworfen und umgesetzt.

Hier gibt es einen kurzen Bericht mit ansprechenden Fotos.

 

Ausstellung im Heimatmuseum Scheeßel

Wir haben das gemeinsame Ziel, das Handweben zwischen Handwerk, Kunst und Design
zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Für uns, den WeberInnen der Ottersberger Manufakturen, Betriebsstätte Parzival-Hof in
Quelkhorn, ist es unsere tägliche Arbeit; für die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des
Heimatmuseums Scheeßel ist es die Vermittlung einer traditionellen Kulturtechnik; der
Verein weben+ e.V. möchte ein Handwerk als Teil der europäischen Textilkultur öffentlich
sichtbar machen – wir alle wollen das Weben als freudige Arbeit, als kreativen
Gestaltungsraum und als zeitgemäße Tätigkeit weiter tun, weiter zeigen und weiter
entwickeln.
Ein weltfremder Vorsatz oder nostalgisches Gehabe angesichts der weltweiten textilen
Massenproduktion? Wir setzen dieser billigen Beliebigkeit den Wert des Unverwechselbaren
entgegen, das von Langlebigkeit geprägt ist und sich durch die besondere Qualität
handwerklicher Fertigung auszeichnet, die Wertschätzung nachhaltiger Materialien,
selbstbestimmter handwerklicher Arbeit und einer immer neuen Ästhetik. Wir öffnen so den
ungeahnt großen Raum des Handwebens und sehen die Chance, eine eigene Textilkultur
auf hohem Niveau zu schaffen.
Mit der Ausstellung „DAS BLAUE WUNDER – von Hand gewebt“ geben HandweberInnen –
mit oder ohne professionelle Ausbildung, mit und ohne Vereinsarbeit und mit und ohne
geförderten Arbeitsplatz – einen Einblick in ihr Können.
Die Ausstellung können Sie sehen:
 Im Heimatmuseum Scheeßel, Meyer Hof 1, 27383 Scheeßel, Tel: 04263 6757888
 In der Mühle am Parzival-Hof, Am Mühlenberg 24, 28870 Quelkhorn, Tel: 04293 917124
Die Ausstellung ist am 22.+23.09. und am 27.+28.10.2018 von 11-17 Uhr an beiden Standorten
geöffnet. Andere Öffnungszeiten bitte telefonisch erfragen. Herzlich willkommen!

Bericht von der Textile Art in Berlin vom 23. -24. Juni 2018

von Uschi Schwierske

Die von Dr. Christof Wolters konzipierte TEXTILE ART BERLIN ist eine jährlich in Berlin stattfindende
große internationale Kunstmesse. Veranstalter ist ein Team unter der Leitung von
Nathalia Wolters.
Nunmehr fand sie bereits zum 2.Mal auf dem Gelände des PHORM-Campus in Berlin-Mitte
statt.
Im Erdgeschoss des altehrwürdigen Gebäudes waren viele Ausstellungen und Stände. In
den stimmungsvollen Höfen gab es einige „Futter“-Stände und u.A. einen Schäferwagen und
die Präsentation und praktische Arbeit der Spinngilde und der Filzer.
Die Mensa hatte ein gutes Mittags- und Nachmittags-Angebot. Im Foyer war m.E. unbedingt
erwähnenswert die wunderbare Ausstellung der Tapisserie-Künstlerin Andrea Milde.
Die Themen-Etage im 4. Stock hat weitere Überraschungen geboten. Große Stände, schöne
Ausstellungen, die beliebte Börse für antike Schätze und nicht zu vergessen der Stand der
Galerie in der Victoriastadt, wo jeder Besucher ein kleines oder größeres Geschenk in Empfang
nehmen konnte. Unser Verein Weben+ stiftete dafür einige Kissen. Der Rundgang führte
auch durch die dritte Etage, die Patchwork-Ausstellungen gewidmet war und wo sich in
den Klassenzimmern die textile Kreativität in Form von Workshops virusartig verbreitet hat.
Auch Ingrid Frank war mit 2 Web-Angeboten dabei, und wie ich festgestellt hatte immer gut
frequentiert.
Unser Stand war im gleichen Klassenzimmer wie in 2017, nur hatte diesmal noch eine andere
Weberin aus der Schweiz eine Ecke zur Verfügung. Sie zeigte ihre Diplomarbeit, einen
Paravent mit handgewebten gestreiften Stoffen bespannt.
Michael Seelig hatte uns einen sehr ansprechenden Stand konzipiert. Er war gut in meinem
PKW zu transportieren und einfach aufzubauen, aber präsentierte sehr effektiv unsere Vereinsarbeit.
Unser Angebot an Mitmachaktionen hatten wir ausgeweitet. Adelheid Kräling-Sieländer und
Silke Schnau von der Gruppe „ Weben mit einfachen Mitteln“ hatten ihre ausgearbeiteten
Beispiele in Schriftform mitgebracht und boten Mitmachaktionen zum Weben mit dem Nagelrahmen
mit dicker Teppich Lunte und dem kleinen Nagelrahmen mit farbiger Baumwolle
zum Weben von Freundschaftsbändchen an. Anne Pries ergänzte das Angebot durch Weben
mit dem Gatterkamm und mit kleinen Kinder Webstühlen.
Es wurde sehr gut angenommen. Erzieherinnen, Lehrerinnen und andere Interessierte waren
erstaunt über die große Bandbreite des Angebots, die sie auch ausprobierten. Immer
wieder kam die Frage nach veröffentlichten Materialien auf. Es wurde ihnen versprochen,
diese in Abständen auf unserer Homepage zu finden und sie konnten sich bereits per Foto
eine kleine Dokumentation verschaffen oder sich Adressen für z.B. die Teppichlunte mitnehmen.
Das Weben dieser kleinen Sitzkissen war auch bei Kindern gefragt. Aber der Schwerpunkt
lag bei den interessierten Erwachsenen. Auch die Frage nach Kursangeboten stellte
sich immer wieder.
Dadurch, dass wir zu viert waren, hatten wir auch ab und zu die Gelegenheit andere Stände
(es waren insgesamt 100) und Ausstellungen anzusehen. Aber es wäre schon wünschenswert,
wenn sich noch mehr Vereinsmitglieder finden würden, um zu helfen. Vor Allem weil es
ja angedacht ist „das Blaue Wunder“ im nächsten Jahr (15.-16. Juni 2019) zu präsentieren.