Fachgruppen

Fachgruppen

In unserem Verein gibt es derzeit folgende Fachgruppen:

Neues aus dem Arbeitskreis Paramentik

2012 tagte der Arbeitskreis Paramentik vom 8. – 11. März auf dem Werkhof in Kukate. Nach letztjähriger Verabredung befasste sich jede Teilnehmerin mit dem Psalm 36, und sollte möglichst während der Tagung einen kleinen Beitrag leisten. So war es möglich, inhaltlich außerordentlich spannende unterschiedliche Herangehensweisen zu erfahren.

Inge Scholz beschäftigte sich mit den Worten: Anhand einer Zeichnung erforschten wir den Wortstamm von “Strom- Wasser, Licht- Helle und Quelle- Ursprung” und versuchten blind einen Begriff zu zeichnen.

Tille Beurer “teilte sich mit uns die Bibel”, Wortklänge wurden erspürt, erhielten eine persönliche Bedeutung und wurden neu zusammengestellt. Mit einem Mal erhielt das doch düstere Ende des Psalm eine offene , menschlichere Version.

Dies nahm Waltraud Binder zum Anlass, uns wichtige Aussagen auf Papierstreifen schreiben zu lassen, denn sie hatte eine Kette vorbereitet, in die jetzt diese Streifen mit Naturmaterialien zusammen eingewebt wurden.

Foto: Martina Fenner-Fellmann

Ein mitgebrachtes  Gewebe von Inge Simons gab den Anlass zu meditieren.

Auf Anregung von Uschi Schwierske wurde auf kleinen einfachen Webrahmen das Gute und Böse, wie es im Psalm 36 vorkommt, ganz auf individuelle Art gewebt. Es war eine Herausforderung und es gab sehr ausdrucksstarke Ergebnisse und  Erkenntnisse.

Am Samstag fuhren wir dann nach Ludwigslust in die Paramentenwerkstatt Stift Bethlehem. Frau Ritter erzählte uns von ihrer Arbeitsweise, ein Parament zu entwerfen und auch dem jeweiligem Kunden schmackhaft zu machen. Daraus wurde ein reger Austausch. Zudem bekochte  uns Frau Ritter noch köstlich, so dass selbst Rezepte ausgetauscht wurden.

An den Abenden blieb immer noch Zeit für anregende Gespräche und die Planung für das nächste Arbeitstreffen.

Es soll sein vom 7. – 10.3.2013 in Kukate ( leider kann der Termin nicht eingehalten werden), als inhaltliches Thema einigten wir uns auf den Psalm 34 und hoffen auf zahlreiche Beiträge der Teilnehmerinnen. Grundsätzlich ist die Mitarbeit offen für jede Weberin und wir freuen uns über jede Anfrage.

Es gilt jetzt(Anfang Januar 2013 ) einen neuen Termin und Ort für die Weiterarbeit zu finden.

Hier jetzt noch ein Gedicht  von Jörg Zink, das uns Tille Beurer vorlegte:

Gott schicke

den Tyrannen Läuse

den Einsamen Hunde

den Kindern Schmetterlinge

den Frauen Schafe

den Männern Wildschweine

uns allen aber einen Adler

der uns auf seinen Fittichen

zu ihm trägt.

 

Kontakt: Uschi Schwierske  email: uschischwierske@aol.com

Arbeitskreis: Webereien, die mit Menschen mit Behinderung arbeiten

 

Treffen Neu Neetze 2018

Einmal jährlich treffen sich WeberInnen aus ganz Deutschland, die mit Menschen mit besonderem Hilfebedarf arbeiten, reihum in einer der Werkstätten zum Austausch. Wir erörtern gemeinsame Themen, schauen über den eigenen Webstuhl hinaus und kehren jedes Mal neu impulsiert und erfüllt nach Hause zurück. Meistens ergibt sich währenddessen das Thema für’s folgende Treffen.
Dauerthema ist Austausch v. Garnquellen u. Qualitätsmerkmale. Es gibt Sammelbestellungen für verschiedene Garne.

In diesem Jahr trafen sich 15 Weberinnen aus 10 Einrichtungen am 19/20. Oktober zunächst am Birkenhof in Neu Neetze.
Nach dem ersten Austausch beim vielfältig-reichhaltig -köstlichen Ankommensfrühstück führte uns der Weg über das freizügige Gelände des Birkenhofs zur Weberei , die uns mit ihren nahezu 20 Webplätzen anschaulich machte, wie vielfältig unser Handwerk eingesetzt werden kann.

So waren wir gleich mitten in unserem Thema :
Fördermöglichkeiten in den Werkstätten / Ideen-Konzepte- Möglichkeiten
Wie können wir die vielfältigen Möglichkeiten, die der Webvorgang & die unterschiedlichen Webstühle bieten, einsetzen ?
Welche Beschäftigungen finden wir , die vorhandene „Defizite“ überwinden helfen oder körperliche Fehlhaltungen ausgleichen können?
Wie führen wir junge Menschen, die von der Schule zu uns kommen schrittweise in die Arbeitsprozesse ein ?
Welche sinnstiftenden Tätigkeiten finden wir für ältere oder schwache Menschen ?

Zu diesen und weiteren Fragen tauschten wir uns sehr offen, praxisnah und lebendig aus und trugen so einen reichen Erfahrungsschatz zusammen, aus dem alle auch Neues mitnehmen konnten. Neben Ideen und Erfahrungen tauschten wir auch Material, Zubehör u. mitgebrachtes Anschauungsmaterial aus.

Zur Abrundung des Tages führte Christina Hofmann alle Stadtneugierigen noch durch Lüneburgs liebenswerte Altstadt.
Am Sonntag waren wir in Ahrensburg im Siedlungsprojekt Allmende, in der Textilwerkstatt der Hermann Jülich Werkgemeinschaft e.V. zu Gast , einer jungen, lebendigen und inklusiven Weberei. Die Weitgereisten machten sich danach auf den Heimweg, die anderen schauten sich in Torsmoerk noch eine weitere Weberei an.

Angeregt durch diese 2 Tage der Begegnung und der Beschäftigung mit den Fragen rund um die förderlichen Aspekte des Webens arbeiten wir nun mit wacherem Blick in unseren Werkstätten und freuen uns auf das Treffen im nächsten Jahr im Juni/Juli in Bingenheim/Echzell zum Thema : Vernetzung/Präsentation

Wir freuen uns über jeden weiteren Farbtupfer in unserer bunten Runde!

Kontaktadresse : Iris Müller rehagmbh Kunst & Handwerk, Bildstockerstr.6
66538 Neunkirchen 0761 /93621629 webennk@rehagmbh.de

 

Treffen 2018

Bericht vom Treffen 2017

Im Juni 2017 war es mal wieder soweit: das diesjährige Treffen stand an und wir sind auf Einladung der Werkstätten am Bodensee in die Region gereist. Die Camphill Werkstätten Lehenhof machten den Anfang und zeigten neben der Weberei auch die Färberei. In der Weberei der Dorfgemeinschaft in Lautenbach ging die Besichtigung und der Austausch weiter. Am nächsten Tag stand noch die Weberei der Schule am Föhrenbühl und die Weberei in den Camphill Werkstätten Hermannsberg auf dem Programm. Beim inhaltlichen Austausch ging es um gemeinsamen Einkauf, Etiketten und die Bedarfsständeverordnung, bzw. die gesetzlichen Grundlagen für den Verkauf und die Auszeichnung von Textilien.

Zur nächsten Tagung der Arbeitsgruppe lädt der Birkenhof 2018 nach Norden ein.

Alle Werkstätten, die in den Verteiler möchten, melden sich bitte bei

Iris Müller, rehagmbh, Kunst & Handwerk

Bildstockerstr.6

66538 Neunkirchen

Telefon: 06 81/ 9 36 21 629

webennk@rehagmbh.de

Die Arbeitsgruppe mit dem Arbeitstitel “Weben mit einfachem Gerät” hat sich zur Aufgabe gemacht, textile Techniken vom einfachen Weben bis hin zum Weben mit Fachbildung und ergänzende Techniken, wie zum Beispiel Bänder herstellen mittels Fingerstricken oder Knüpfscheibe, zu sammeln, zu ordnen und zum Nacharbeiten zu beschreiben.
Diese Anleitungen sind vielfach erprobt.
Der Hauptgesichtspunkt bei dieser Sammlung ist immer die Arbeit mit den Händen mit der Frage:”Wie kann man entsprechend dem Alter, der Entwicklung und den individuellen Fähigkeiten den Menschen die Weberei, überhaupt das Tun mit den Händen nahe bringen?”
Die Sammlung steht allen offen, insbesondere allen, die mit Menschen zu tun haben wie Lehrern, Erziehern, Eltern, Therapeuten, Pflegern und vielen mehr.
Die Sammlung soll Lust auf textile Techniken machen, die mit einfachen Mitteln zu erlernen sind.
Eine Kontaktmöglichkeit gibt es über die Geschäftstelle des Vereins.

Mitte April trafen sich neun Teilnehmerinnen zum vierten Arbeitswochenende in Maar/ Lauterbach in Hessen.
Wie jedes Jahr wurde auch bei diesen Treffen am Samstagvormittag ein theoretisches Thema bearbeitet: die Grundschule – Unterrichtsvorbereitung und -planung am Beispiel „Stricken“. Hierbei war das Augenmerk auf das vorder- und das hintergründige Lernen gerichtet und der Frage, was und wie es geübt werden soll. Die Gliederung der Arbeitsschritte, der Stufenplan mit der Festlegung, wann was wie geübt wird, wie soll der Unterrichtsort gestaltet sein, die Unterrichtsplanung und der Aufbau einer einzelnen Unterrichtsstunde – all diese Fragen wurden erarbeitet und durchleuchtet.
Im Anschluss wurde die Rotation, die Drehbewegungen mit unserem Körper und deren Bedeutung für die Entwicklung des Kindes besprochen und erprobt.
Der Schwerpunkt des Tuns lag dieses Jahr auf der Herstellung von Fäden und Schnüren.
Die Arbeitsgruppe ist nun fast so weit, die Sammlung zu veröffentlichen. Doch zuvor wird jede Anleitung überprüft, erprobt, korrigiert und in Form gebracht.
Pro Halbjahr werden zwei Anleitungen auf der Homepage von Weben Plus eingestellt und so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Gestartet wird dieses Jahr im November.
Seit Oktober 2017 waren Teilnehmerinnen der Arbeitsgruppe auf verschiedenen Messen und Veranstaltungen, um in Mitmachaktionen und Workshops Auszüge der Sammlung den Teilnehmern nahe zu bringen und mit ihnen damit zu arbeiten: in Rostock auf der „Spiel-Idee“, in Oederan auf dem Weberforum Oederan, in Berlin bei der textile art 2018 und im Textiles Zentrum Haslach beim Sommersymposium 2018.
Im November 2018 wird wieder auf der „Spiel-Idee“ eine Mitmachaktion mit den Techniken der Sammlung veranstaltet.
Bei allen Beteiligungen an den Veranstaltungen waren die Nachfrage und die Teilnahme sehr hoch. Dies bestätigt die Gruppe in ihrer Arbeit.
Unser nächstes Treffen wird vom 15. Bis 17. März 2019 in Maar/ Lauterbach in Hessen. Dort wird unser Hauptaugenmerk auf Geschicklichkeits- und Fingerübungen und die Kombination von Sprüchen und Versen mit dem praktischen Tun sein.
Wer Anleitungen für einfache Webgeräte und andere textile Techniken einbringen möchte, schicke diese an silke.schnau@t-online.de.

Silke Schnau

Bindungen oder: Gibt es ein Weben nach dem Köper?

“www – wir weben weiter” Unter diesem Motto hatte sich eine Gruppe von WeberInnen einmal im Jahr getroffen, um an einem Thema in Theorie und Praxis zusammenzuarbeiten. Nach einer Pause von ca. zwei Jahren wird es nun in einer neuen Besetzung weitergehen.
“Angewebt” wurde die Gruppe auf der Fachtagung im September 2011. Gut versteckt hinter dem Workshop-Titel “www oder: Gibt es ein Weben nach dem Köper?” haben sich 5 Weberinnen getroffen, um neue Möglichkeiten jenseits der bekannten Bindungen zu entdecken und diese gemeinsam zu erarbeiten, beginnend mit der Theorie, um sie dann in persönliche, vielfältige Gewebe umzusetzen. Dazu wollen wir uns zwei Mal im Jahr treffen.
Am ersten Termin (ein Wochenende) werden wir das Thema theoretisch erarbeiten. Dafür wird jede schon vor dem Treffen Literatursuche und -studie betreiben. Das Wochenende ist hauptsächlich zum Zusammentragen und gemeinsamen Weiterdenken gedacht. Wenn es die Zeit zulässt, soll aber auch schon mal eine Probe gewebt werden, damit man den Unterschied zwischen “Kästchen auf dem Papier” und “Fäden im Gewebe” erkennen kann.
Dann darf das Thema über den Winter bei allen im Kopf weiterarbeiten und es ist genügend Zeit, um Proben auf dem Musterwebstuhl zu weben und so weiter die Möglichkeiten der Bindung zu erforschen.
Im Frühjahr treffen wir uns dann (3-4 Tage) auf dem Werkhof in Kukate, um die Ergebnisse zu vergleichen und dann zu entscheiden, welche Gewebe wir in der Werkstatt auf den großen Webstühlen gemeinsam weben wollen.
Als erstes habe wir uns das Thema Trikot-Bindung ausgewählt, weil es eine Bindung ist, von der noch niemand in der Gruppe bisher etwas gehört hatte 😉

Kontakt: Kristine Vilter, email: ag@feine-gewebe.de