Berichte

Berichte

Bericht zum Messeauftritt von weben+ auf der „SPIELidee“ bei der Hansemesse Rostock 13.-15.10.2017

Weben+ war zur Messe „Spieleidee“ nach Rostock eingeladen. Wir waren sehr skeptisch. Jetzt ist das Team vom Erfolg begeistert.

Das Konzept der Messe „SpieleIdee“ zielt auf Personen, die gerne mit den Händen arbeiten, gerne basteln, gerne miteinander spielen, etwas gemeinsam unternehmen. Da passte das Angebot „Weben mit einfachem Gerät“, die Auseinandersetzung mit sinnvollen textilen Techniken sehr gut ins Konzept. Wir wurden von einem interessierten und dankbaren Publikum bestürmt und Groß und Klein haben unsere Mitmachangebote gerne angenommen. Danke an die Hansemesse für die Einladung und Kira Zech für die gute Organisation und Betreuung. Für den Messeauftritt in Rostock waren wir gut gerüstet: Michael Seelig hatte für den großen Stand von 4 x 12 m eine farbenprächtige Kabine mit Informationen zur Arbeit des Vereins weben+ vorbereitet. Sophia Roebke, Textildesign Studentin in Schneeberg und Praktikantin auf dem Werkhof Kukate, hatte 3 Klik Webstühle und den Delta Schnellschuß mit Ketten bestückt und webfertig eingerichtet. Adelheid Kräling und Annelie Pfeffer hatten sich auf einfache Webtechniken vorbereitet und brachten Nagelbretter, das Perlenweben und die Tundelsäckchen mit. Für unsere Webbretter und ihre eigenen Strickbretter hatte Ute Luft aus Weitsche große Docken mit ihrem dicken Filzgarn im Gepäck. Zum Team auf dem Stand gehörten Stefanie Hoerenz, Marie Kopiske, Wulf Tietje und Birgit Moll, die von einem interessierten Publikum in den 4 unterschiedlichen Arbeitsbereichen belagert wurden und überall und ständig im Einsatz waren. An einem Tisch wurden Bändchen am Nagelbrett oder mit Perlen gewebt. An einem weiteren Tisch konnten kleine Sitzkissen mit den farbigen Filzsträngen gewebt werden. An einem dritten Tisch wurden Sitzkissen gestrickt. Dazwischen standen die Klik Webstühle, die so gut wie ständig besetzt waren. Das hatte seinen Grund, denn wir hatten die Idee, aus den ersten Klikgeweben kleine gefütterte Zaubertäschchen zu nähen, die dann als Anschauungsobjekt auf den jeweiligen Ketten lagen. „Ach das kann man daraus machen! – Das ist ja eine tolle Idee!“ war die stetige Anerkennung. Der Stand von weben+ wurde als Oase der Ruhe im Messegetümmel gelobt und vermittelte anschaulich die Bandbreite weberischer Handarbeit, vom einfachsten Fädenkreuzen bis hin zum professionellen Schnellschussweben. Dabei war der Schnellschuss Webstuhl mit seinem gleichmäßigen rhythmischen Geklapper ein Publikumsmagnet, an dem kein Besucher ohne Kommentar vorbeigehen konnte. Mit diesem Messeauftritt hat das Team zur Umsetzung der satzungsgemäßen Ziele beigetragen, denn weben + hat sich zum Ziel gesetzt, Handweben als Bestandteil unserer Alltagskultur zu erhalten und lebendig zu gestalten. Das wurde in direkter Vermittlungsarbeit erreicht, aber vor allem in der Ansprache von zahlreichen Kommunikatoren, die sich am Stand Anregungen für ihre Arbeit in ihren pädagogischen Einrichtungen geholt haben. Annelie Pfeffer fasst ihr Erlebtes in einer Rückmeldung zusammen: „Das Wochenende war eine sehr beflügelnde und interessante Erfahrung für mich, die ich gerne wiederholen würde. Ich habe mich in diesem Team sehr wohlgefühlt und glaube, dass auch unsere harmonische, entspannte Teamstimmung für die Besucher spürbar geworden ist.“

Nachtrag:

22 412 Besucher an drei Messetagen! Die Leitung der Messe dankt Michael Seelig stellvertretend für unseren Verein:
„Die Vorstellung der Handweberei mit Ihren kreativen Workshops und Vorführungen war ein besonderer Anziehungspunkt für viele Besucher und stellte auch für uns einen großen Mehrwert dar. […] Wir freuen uns schon auf die Fortsetzung unserer Zusammenarbeit für die nächste SPIEL-, KREATIV- und MODELLidee vom 9.-11. November 2018.“

M3 und Weben+ – die zweite Runde

Studenten der privaten Modeschule “ Menschen machen Mode“, kurz M3 genannt und Weberinnen unseres Vereins trafen sich nach einer längeren Pause am 7. April in den Räumen der Schule.

Vier Weberinnen – Uta Bönisch, Katharina Bleisch, Katja Graumann-Hellriegel und Uschi Schwierske trafen auf fünf Modeschülerinnen  der AG Weber-Kooperation aus unterschiedlichen Semestern und ihre Leiterin Marina Zurek.

Außer leckerem Frühstück und Kuchen hatten sie auch viele Stoffproben vorbereitet, die noch aus den handgewebten Stoffen der ersten Zusammenarbeit stammten. Diese waren mal mit, mal ohne Bügel- oder Stoffeinlagen vernäht worden. Teilweise wurden sie auch komplett abgefüttert.

Ziel war, herauszufinden, wie Stoff vor dem Verschneidern eventuell verstärkt werden muss, und wie er überhaupt gewebt sein müsste, um Beanspruchungen beim Tragen auszuhalten. Gemeinsam stellten wir fest, wenn die Schiebefestigkeit nicht gegeben war, würde trotz aller Verstärkungen das Gewebe hinter der Naht ausreißen, außer bei den komplett mit Stoff unterlegten Proben.

Auch wir hatten handgewebte Stoffproben im Gepäck und gingen mit diesen nun an die Nähmaschinen, um Nähte in Kett- und Schussrichtung oder schräg zum Gewebe zu nähen und dann kräftig an den beiden Stofflagen zu ziehen. Nähte schräg zum Fadenlauf hielten Zug sehr gut aus, die parallel laufenden Nähte waren aber relativ leicht auseinander zu ziehen. Wir probierten ebenfalls verschiedene Bügel-Verstärkungen aus.

Mit diesen neuen Erkenntnissen gingen wir an den zweiten Teil der gemeinsamen Arbeit.

Der Vorschlag von M3, das neue Projekt so zu gestalten, dass wir Paare bilden, wobei jede Weberin zwei Stoffkupons webt und die entsprechende Partnerin von M3 daraus zwei Kleidungsstücke näht, eines für sich und eines für die Weberin, fand bei uns großen Anklang. So gingen wir gemeinsam an die Ausgestaltung.

Nach etlichen Diskussionen einigten wir uns beim Kleidungsstück auf einen Rock/Hosenrock und bei der Wahl des Garns auf ein gemeinsames Kettgarn, wobei sogar drei von uns die gleiche Farbe auswählten. So wird bei sechs Röcken nur durch verschiedene Schussfarben, Bindungen und Rockschnitte jeweils ein anderes Modell entstehen.

Insgesamt werden neun Röcke hergestellt, die wir gerne bei der Fachtagung im September präsentieren wollen. Unser nächstes Treffen wird im Mai( am21.5.13) in Kukate stattfinden. Wir müssen dann bereits Farb- und Bindungsmuster mitbringen, die Modeschülerinnen die Rockschnitte und Nesselmodelle.

Unser Fazit:

Eine anregende, gut vorbereitete Veranstaltung und ein Projekt, das wir mit Freude und gespannt auf Neues angehen.

Treffen der Gruppe „Weben mit Kindern“

Die Arbeitsgruppe hat sich auf der Thementagung 2013 aus dem Anliegen heraus gegründet, sich über die vielfältigen Möglichkeiten des Webens mit Kindern auszutauschen.
Im Frühjahr 2014 traf sich eine kleine Abordnung der Arbeitsgruppe in Köln bei Frau Flügel.

Frau Flügel ist eine 82-jährige ehemalige Handarbeitslehrerin und Hochschuldozentin, die unendlich viel Material zum Thema „Faden verschlingen, verknoten, verflechten …) zusammengetragen hat und uns diese wertvolle Wissen an einem Wochenende weitergegeben hat. 

Im Vorfeld der diesjährigen Thementagung im September trafen sich einige Mitglieder der Arbeitsgruppe schon am Donnerstag, um diesmal mehr praktisch zu arbeiten. So beschäftigten wir uns intensiv mit den verschiedensten Möglichkeiten des Webrahmens „Der kleine Italiener“ – es ist unglaublich, wie vielseitig dieses kleine Teil ist! Der ganz große Vorteil: ruckzuck ist eine neue Kette aufgebracht, ohne dass man zusätzliche Gerätschaften braucht.
Am Freitagvormittag tauschten wir uns über weitere Ideen für Gewebe- bzw. Fadenherstellung aus, z. B. wie Armbänder auf dem Nagelbrett oder rund gewebte kleine Schüsselchen auf einer ausgedienten Fahrradfelge entstehen.
Das Üben von Fingerhäkeln, Fingerstricken, Fingerloop und Tundeln rundete den Vormittag ab. Insgesamt war es ein sehr intensives Arbeitstreffen.

Unser Ziel ist es, alle Ideen und die Erfahrungen damit zu sammeln, um sie dann mit Anleitungen zu veröffentlichen.
Das nächste Treffen wird im Frühjahr 2015 in Lauterbach/Hessen stattfinden.

Fragen / Anregungen an Ingrid Frank (info@gewolltundverwebt.de) oder an Gabi Kynast (areba.glykstein@t-online.de)